Materialien

Nachhaltige Materialien – von der Faser bis zum Knopf

Nachhaltige Materialien prägen ein Kleidungsstück: wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie es fällt, wie lange es seine Form behält und wie gerne es getragen wird. Deshalb beginnt die Materialauswahl bei wunderwerk immer mit Design, Qualität, Funktion, Haptik und Tragekomfort – verbunden mit dem Anspruch, Rohstoffe und Materialien so verantwortungsvoll wie möglich auszuwählen.

Dabei betrachten wir ein Kleidungsstück als Ganzes. Denn es besteht nicht nur aus dem Stoff, den man auf den ersten Blick sieht. Von Rohstoffen und Garnen über Stoffe und Futter bis zu Nähgarnen, Knöpfen, Reißverschlüssen, Nieten, Labels und weiteren Zutaten: Jedes Detail ist Teil des Produktes – und damit Teil unserer Verantwortung. Übrigens können bis zu 20 % der Stoffe aus Beschichtungen bestehen, fast immer mineralölbasiert. Das ist besonders bei gewachsten Jacken und bei bügelfreien Hemden der Fall.

Für wunderwerk bedeutet eine verantwortungsvolle und nachhaltige Materialauswahl deshalb, Herkunft, Qualität, Funktion, Langlebigkeit und Auswirkungen auf Natur und Umwelt, Tiere und Menschen gemeinsam zu betrachten.

Nachhaltigere Materialien enden für uns nicht beim Stoff

Es sind oft die kleinen Details, die in Summe einen großen Unterschied machen.

Ein Knopf wiegt nur wenige Gramm. Ein Reißverschluss fällt kaum auf. Nähgarn, Taschen- oder Jackenfutter und Labels machen nur einen kleinen Teil eines Kleidungsstücks aus. Dennoch können gerade diese Zutaten entscheidend für Qualität, Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit sein.

Deshalb beschäftigen wir uns auch mit ihnen intensiv.

Unsere Steinnussknöpfe lassen wir beispielsweise in Aschaffenburg fertigen, individuell färben und polieren. Steinnuss – auch Corozo oder Tagua genannt – ist ein natürlicher, harter und langlebiger Rohstoff und für uns eine überzeugende Alternative zu Knöpfen aus Kunststoff.

Metallknöpfe aus Wuppertal

Unsere Jeansknöpfe aus Metall kommen aus einer traditionsreichen Knopffabrik in Wuppertal, die inzwischen in fünfter Generation geführt wird und selbst die benötigten Werkzeuge vor Ort fertigt. Anders als viele Patentknöpfe mit einem Kunststoff-Innenteil bestehen unsere Jeansknöpfe aus Vollgussmetall – ohne Kunststoffkern und kreislauffähig.

Bei nachhaltigen Materialien ist auch Ende des Produktlebens relevant: Beim Metallrecycling werden die Knöpfe eingeschmolzen und die enthaltenen Metalle anschließend wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Tonnen dieser Kunststoffbestandteile im Inneren herkömmlicher Jeansknöpfe verbrennen bei dieser thermischen Behandlung und können in die Umwelt gelangen.

Deshalb verzichten wir bei unseren Jeansknöpfen bewusst auf einen solchen Kunststoffkern. Für uns ist das ein weiteres Beispiel dafür, warum Kreislauffähigkeit bereits bei der Entwicklung eines Produktes beginnt – selbst bei einem so kleinen Detail wie einem Knopf.

Und auch viele unserer Reißverschlüsse werden in Deutschland hergestellt: bei Heiligenstädter Reißverschluß in Heilbad Heiligenstadt in Thüringen. Zähne und Schieber bestehen aus langlebigem Metall.

Für uns sind das keine Nebensächlichkeiten. Sie zeigen, was wir unter nachhaltiger Materialauswahl verstehen: von der Faser bis zum Knopf.

Nachhaltige Mode: Regionalität beginnt für uns vor dem „Made in“

Ein eingenähtes „Made in …“ erzählt nur einen Teil der Geschichte eines Kleidungsstücks, oft nur den letzten Produktionsprozess von vielen.

Der Ort der Konfektion sagt noch nicht, wo Rohstoffe gewonnen, Garne gesponnen, Stoffe gewebt, gefärbt und veredelt oder Knöpfe und Reißverschlüsse hergestellt wurden.

Deshalb verfolgen wir bei wunderwerk einen klaren europäischen Fokus und bevorzugen bei Stoffen, Garnen, Zutaten und Produktion Partner aus Deutschland und Europa und angrenzenden Mittelmeerländern, wo immer dies für das jeweilige Produkt sinnvoll möglich ist.

Nähe bedeutet für uns dabei mehr als kürzere Transportwege. Sie ermöglicht langfristige Partnerschaften, persönliche Beziehungen, schnellere Abstimmungen und eine bessere Nachvollziehbarkeit der Lieferkette. Dass wir viele unserer Hersteller persönlich und teilweise seit Jahrzehnten kennen, gehört für uns zu verantwortungsvoller Produktentwicklung.

Gleichzeitig bedeutet Regionalität nicht, dass jeder Rohstoff aus Europa stammen kann. Bio-Baumwolle oder Steinnuss wachsen beispielsweise dort, wo die natürlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Entscheidend ist für uns deshalb, woher etwas kommt, warum wir es einsetzen und welche Wege und Verarbeitungsschritte daraus entstehen.

So wenig mineralölbasierter Kunststoff wie möglich

Seit 2014 begleitet uns der Leitsatz „organic. no plastic. fantastic.“. Entstanden ist er, als wir erstmals unsere Jeans-Produktion ohne klassische Kunststoff-Polybeutel ausgeliefert haben. Stattdessen werden die Jeans mit einem Band aus Bio-Baumwolle so gebunden, dass sie auf dem Transport geschützt bleiben.

Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Vermeiden ist besser, als später aufwendig trennen, filtern oder entsorgen zu müssen.

Dieser Gedanke gilt auch für unsere Materialien. Erdölbasierte Kunststoffe möchten wir deshalb nur in Ausnahmefällen einsetzen und suchen nach Alternativen, wo diese funktional und qualitativ überzeugen.

Dabei bleiben wir bewusst differenziert. Manche Passformen benötigen beispielsweise einen geringen Anteil Elasthan, um Bewegungsfreiheit, Rücksprung und dauerhafte Passform zu ermöglichen. Hier ist auch die Qualität entscheidend: Ein hochwertiges Markenelasthan ist nicht vergleichbar mit einem billigen Standard-Elasthan. Wer den Stoff kurz testet, kann den Unterschied des Rücksprungs schnell erkennen.

Auch Nähgarne oder Reißverschlussbänder können bei bestimmten Waschungen, Färbungen und Veredelungen synthetische Anteile enthalten, wenn reine Naturfasern den Belastungen nicht dauerhaft standhalten.

Langlebigkeit ist schließlich ebenfalls Teil unseres Anspruchs.

Deshalb lautet unser Prinzip: So wenig synthetische Faser wie möglich.

Gleichzeitig betrachten wir insbesondere den Abrieb synthetischer Fasern und den damit verbundenen Eintrag von Mikrofasern in die Umwelt kritisch. Auch deshalb bevorzugen wir natürliche und regenerierte Fasern, wo immer sie unsere Anforderungen an Design, Qualität, Funktion und Langlebigkeit erfüllen.

Recycling ist nicht die erste Lösung

Und auch Recycling betrachten wir differenziert. Ein Material wird nicht allein dadurch nachhaltig, dass es recycelt wurde.

Für uns beginnt ein verantwortungsvoller Umgang mit Materialien deutlich früher: mit Vermeidung, einer bewussten Materialwahl und Produkten, die möglichst lange genutzt, repariert, weitergegeben oder durch Upcycling einer neuen Verwendung zugeführt werden können. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt Recycling ins Spiel.

Recyclingprozesse können mit erheblichem Energieaufwand verbunden sein und führen je nach Material zu Qualitätsverlusten. Aufwand und Ergebnis stehen dabei nicht automatisch in einem sinnvollen Verhältnis. Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Entscheidend ist deshalb, den gesamten Lebenszyklus eines Materials zu betrachten – und Recycling nicht als Rechtfertigung für kurzlebige oder unnötig ressourcenintensive Produkte zu verstehen. Herkunft, Qualität, Faserabrieb, Langlebigkeit und die spätere Trenn- und Kreislauffähigkeit des gesamten Produktes gehören für uns ebenso zur Betrachtung.

Auch am Ende des Produktlebens entscheidet die ursprüngliche Produktentwicklung mit darüber, wie sinnvoll Materialien wiederverwertet werden können. Genau deshalb verzichten wir beispielsweise bei unseren Jeansknöpfen auf einen Kunststoffkern und setzen auf Vollgussmetall. Beim Metallrecycling können die enthaltenen Metalle wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden, ohne dass zuvor ein Materialmix aus Metall und Kunststoff getrennt werden muss.

Unser Ziel ist deshalb nicht Recycling um jeden Preis, sondern Materialien und Produkte von Anfang an so auszuwählen und zu entwickeln, dass sie möglichst lange im Einsatz bleiben und ihre Bestandteile anschließend sinnvoll weiterverwendet oder wiederverwertet werden können.

Nachhaltige Materialien sind für wunderwerk deshalb weit mehr als eine Materialangabe auf dem Etikett. Ob einzelne Faser oder bewusst gewählte Materialmischung: Sie sind die Grundlage für Design, Tragekomfort und Qualität – und eine der wichtigsten Entscheidungen auf dem Weg zu nachhaltiger und verantwortungsvoll entwickelter Mode.

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