Verantwortung
Verantwortungsvolle Mode - jede Entscheidung hat eine Wirkung.
Verantwortung beginnt für wunderwerk bei den eigenen Entscheidungen. Aber sie endet dort nicht. Ein Kleidungsstück durchläuft viele Hände, bevor es in unseren Stores oder im Onlineshop ankommt: von der Gewinnung der Rohstoffe über Spinnereien, Webereien und Färbereien bis zur Konfektion, Veredelung, Logistik und schließlich zu uns. Hinter jedem dieser Schritte stehen Menschen, Unternehmen, Ressourcen und Entscheidungen.
Für wunderwerk bedeutet verantwortungsvolle Mode deshalb, die Auswirkungen des eigenen Handelns möglichst ganzheitlich zu betrachten - auch dort, wo sie nicht unmittelbar sichtbar sind. Wir tragen Verantwortung für die Entscheidungen, die wir als Unternehmen treffen. Unsere Lieferanten und Produktionspartner tragen Verantwortung für ihre Entscheidungen. Politik und Gesetzgebung setzen Rahmenbedingungen. Und auch Handel und Konsumenten haben Einfluss darauf, welche Produkte hergestellt werden und unter welchen Bedingungen dies geschieht.
Denn jede Entscheidung hat eine Wirkung.
Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Verantwortung beginnt für uns lange bevor ein wunderwerk Kleidungsstück fertig ist. Welche Rohstoffe werden verwendet? Woher kommen Garne und Stoffe? Wie werden sie gefärbt und veredelt? Welche Chemikalien kommen dabei zum Einsatz? Wo wird konfektioniert? Unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen, die an den einzelnen Produktionsschritten beteiligt sind? Welche Wege legen Materialien und Produkte zurück? Deshalb bevorzugen wir gewachsene, langfristige Partnerschaften und einen klaren europäischen Fokus bei Materialien und Produktion.
Nähe bedeutet für uns nicht nur kürzere Wege. Sie ermöglicht uns auch, Lieferketten besser nachzuvollziehen, enger mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten und Entwicklungen gemeinsam voranzutreiben. Dabei betrachten wir Verantwortung nicht nur bis zum Werkstor eines Konfektionärs. Die Arbeitsbedingungen in der Näherei sind wichtig - ebenso wichtig sind die Menschen in Spinnereien, Webereien, Färbereien, Wäschereien und bei der Gewinnung und Verarbeitung unserer Rohstoffe.
Faire Bezahlung gehört ganz klar dazu. Gleichzeitig lohnt es sich auch hier, genauer hinzuschauen: Ein gesetzlicher Mindestlohn ist nicht automatisch ein existenzsichernder Lohn. Und ein Produktionsland allein sagt noch wenig darüber aus, wie verantwortungsvoll ein Produkt tatsächlich entstanden ist.
Auch deshalb reicht uns ein einfaches „Made in“ nicht als Antwort.
Lieferkette & Rückverfolgbarkeit.
Eine Lieferkette lässt sich besser nachvollziehen, wenn man wesentliche Teile davon selbst steuert. Deshalb entwickeln und ordern wir die meisten unserer Stoffe direkt bei unseren Stofflieferanten und stellen sie unseren Konfektionären für die Produktion zur Verfügung.
In der Textilindustrie wird diese Form der Zusammenarbeit als CM beziehungsweise CMT bezeichnet. Anders als beim sogenannten Full Package, bei dem der Konfektionär auch die Materialbeschaffung übernimmt, wählen und beschaffen wir hierbei wesentliche Materialien selbst.
Das bedeutet mehr Aufwand für uns, gibt uns aber auch mehr Kontrolle über das Produkt und seine Entstehung. Wir wählen Stoffe und Lieferanten selbst aus, kennen die Materialzusammensetzung und können die zugehörigen Nachweise unmittelbar dokumentieren. Bei entsprechend GOTS-zertifizierter Ware erhalten wir beispielsweise die Transaction Certificates (TCs) für die jeweiligen Warenbewegungen innerhalb der zertifizierten Lieferkette.
Gleichzeitig können wir Stoffmengen für unterschiedliche Styles und Produktionspartner bündeln. Statt dass jeder Konfektionär für einzelne Modelle eigene Mindestmengen beim Stofflieferanten bestellt, können wir größere Gesamtmengen eines Stoffes zentral einkaufen und für verschiedene Produktionen einsetzen.
Das ermöglicht uns auch bei kleineren Stückzahlen einzelner Styles den Einsatz ausgewählter Stoffe. Gleichzeitig können größere gebündelte Stoffmengen zu einer kontinuierlicheren Materialqualität über verschiedene Modelle und Produktionen hinweg beitragen.
Dieses Prinzip nutzen wir unter anderem bei Hosen, Hemden, Blusen, Jacken und Strick. Es bedeutet für uns deutlich mehr Aufwand als die Beschaffung eines fertigen Full-Package-Produktes. Diesen Aufwand nehmen wir bewusst in Kauf, weil wir damit wesentliche Entscheidungen über Material, Qualität und Herstellung selbst in der Hand behalten.
Für uns lohnt sich dieser Aufwand: Je mehr wir über Materialien, Lieferanten und Produktionsschritte wissen und selbst steuern, desto gezielter können wir Einfluss auf Qualität und Herstellung nehmen.
Rückverfolgbarkeit bedeutet für uns dennoch nicht, mehr zu versprechen, als wir tatsächlich nachvollziehen können. Je nach Material und Produkt reicht unsere Kenntnis der einzelnen Produktionsstufen unterschiedlich weit.
Zertifikate und Dokumente sind dabei wichtige Instrumente. Ebenso wichtig sind für uns langjährige Partnerschaften, persönliche Besuche und der direkte Austausch mit den Unternehmen und Menschen, die unsere Materialien und Kleidungsstücke herstellen.
Transparenz entsteht für uns deshalb nicht durch ein Siegel allein, sondern durch Wissen darüber, was wo, wie und von wem hergestellt wird.
Verantwortung betrifft Natur und Umwelt, Tiere und Menschen.
Verantwortungsvolle Mode lässt sich nicht auf Arbeitsbedingungen reduzieren. Unsere Entscheidungen haben Auswirkungen auf Natur und Umwelt, Tiere und Menschen. Die Wahl der Materialien, der Umgang mit Wasser und Energie, Chemikalien in Färbung und Veredelung, Tierwohl, Arbeitsbedingungen und Gesundheit hängen miteinander zusammen.
Wie wir diese Aspekte bei wunderwerk konkret betrachten, erklären wir ausführlich auf unserer Seite Nachhaltigkeit sowie auf den Seiten zu unseren Materialien, Biobaumwolle, Bio-Schurwolle, TENCEL™ und unserem Denim.
Denn Verantwortung bedeutet für uns auch, transparent zu machen, warum wir bestimmte Entscheidungen treffen.
Verantwortung endet nicht beim Hersteller.
So wichtig die Verantwortung von Marken, Lieferanten und Produzenten ist: Die Textilindustrie produziert nicht losgelöst von uns allen. Sie produziert, was nachgefragt und gekauft wird. Jede Kaufentscheidung ist deshalb auch eine Entscheidung darüber, welche Art des Wirtschaftens wir unterstützen. Ein sehr günstiges Kleidungsstück hat einen Preis - auch wenn dieser nicht vollständig auf dem Kassenbon erscheint.
Rohstoffe werden angebaut oder gewonnen, Stoffe hergestellt, gefärbt und verarbeitet, Menschen arbeiten daran, Produkte werden transportiert, verkauft und irgendwann entsorgt oder weitergegeben. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was kostet ein Produkt? Sondern auch: Was ist es uns wert?
Der Bon ist ein Stimmzettel.
Wir glauben daran, dass Konsum etwas verändern kann. Mit jedem Einkauf entscheiden wir mit, welche Produkte erfolgreich sind, welche Unternehmen wachsen und welche Art der Herstellung wirtschaftlich eine Zukunft hat. Nachfrage beeinflusst Angebot - und damit letztlich auch die Entscheidungen von Marken, Handel und Industrie. Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch mit jeder einzelnen Kaufentscheidung die Welt retten kann. Es bedeutet aber auch nicht, dass die eigene Entscheidung bedeutungslos wäre.
Viele kleine Entscheidungen werden gemeinsam zu einer großen Wirkung.
Bewusster Konsum bedeutet für uns deshalb nicht einfach, weniger zu kaufen. Es bedeutet vor allem, genauer hinzuschauen: Brauche ich dieses Produkt? Gefällt es mir wirklich? Welche Qualität bekomme ich? Wie wurde es hergestellt? Werde ich es lange und gerne nutzen? Gerade bei Mode ist Langlebigkeit ein entscheidender Faktor. Ein Kleidungsstück, das gut gestaltet ist, hochwertig verarbeitet wurde, gerne getragen, gepflegt und möglichst lange genutzt wird, verbindet für uns Mode und Verantwortung.
Verantwortung ist keine Einbahnstraße.
Unternehmen können bessere Materialien wählen, Produktionsprozesse verändern und langfristige Partnerschaften aufbauen. Lieferanten können in bessere Technologien und Arbeitsbedingungen investieren. Politik kann verbindliche Rahmenbedingungen schaffen. Der Handel kann entscheiden, welche Produkte er anbietet. Und Konsumenten entscheiden, welchen Produkten und Unternehmen sie ihr Vertrauen schenken.
Keiner dieser Beteiligten kann Verantwortung einfach an den nächsten weiterreichen. Genau deshalb verstehen wir Verantwortung als gemeinschaftliche Aufgabe. Wir bei wunderwerk beginnen bei den Entscheidungen, die wir selbst beeinflussen können: bei Design und Qualität, Materialien und Lieferanten, Produktionsverfahren und Transportwegen, unseren Mitarbeitenden und Partnern - und bei der Frage, welche Produkte wir überhaupt entwickeln und anbieten.
Wir glauben nicht daran, dass ein einzelnes Siegel, ein einzelnes Material oder eine einzelne Maßnahme alle Antworten liefert. Wir glauben daran, genau hinzuschauen, Zusammenhänge zu verstehen und dort bessere Entscheidungen zu treffen, wo wir Einfluss darauf haben.
Denn jede Handlung hat eine Wirkung. Auch die kleine. Und jeder Bon ist am Ende auch ein Stimmzettel.